03. Mär 2021 AndreasKurbad

Erstes Cerec Workinar: Wer sind die Macher?

Ein Beitrag von Manfred Kern, Wiesbaden

Die Verarbeitung von mehrschichtigem Zirkonoxid stand im Mittelpunkt der virtuellen Fortbildung der Cerec Masters am 27. Feb. 2021. Von den Moderatoren Dr. Andreas Kurbad, ZTM Kurt Reichel und ZT Erwin Hartner angeleitet, konnten die Teilnehmer an den heimischen Bildschirmen ZrO2-Kronen und -Brücken ausarbeiten und individualisieren.
Dr. Andreas Kurbad hatte zuvor die Workinar-Teilnehmer mit ZrO2-Kronen und Brückengerüsten versorgt, die in seiner Praxis konstruiert, ausgefräst und als Grünling zur Verfügung gestellt worden waren.
ZrO2-Grünling glätten, weiche Übergänge formen – das vermeidet das Nach- schleifen nach dem Sintern.
Die Arbeitsteile der Instrumente in der Fräseinheit haben Durchmesser nur bis 0,5- 0,6 mm. Feine Fissuren, weiche Fossae, glatte Höckergleitflächen werden damit kaum zufriedenstellend gelingen. Die maschinierte Oberflächenbearbeitung hinter- lässt Riefen, die sonst nach dem Sintern manuell ausgeschliffen müssen – aus dem harten Gerüstwerkstoff!! Auch das Innenlumen der Krone benötigt oft eine Korrektur, denn der Kopfradius des Fräsers hinterlässt als Kompromiss breitere Spuren.
Erschwerend kommt dazu, dass Korrekturschleifen im hartgesinterten Zirkonoxid zu Spannungen in der Keramik führt und eine verbundschwächende Phasenverschie- bung in der Matrix auslösen kann.
Die Lösung: Grünlinge vor dem Sintern in Form bringen, Okklusalflächen ausarbeiten und glätten, Fissuren einfügen, marginale Ränder glätten und Innenlumen ausarbei- ten.
Bei Frontzahn-Restaurationen ermöglicht die Grünling-Bearbeitung Mamelons, Schmelzgrübchen und Schmelzrisse einzuarbeiten – alles Feinheiten, die der menschliche Zahn von Natur aus zu bieten hat. Kurzum: Die Ästhetik, die Individuali- tät der Restauration kann bereits im Grünling wirkungsvoll hinterlegt werden.
Der Natur auf der Spur
Natürliche Frontzähne verfügen über eine einzigartige, individuelle Komposition diverser Strukturen, die ihre Herkunft der unterschiedlichen Ausrichtung der Schmelzkristalle verdanken. Riefen, Schmelzrisse, Einzüge, unterbrochene Inzisalkanten mit Halo-Zonen sorgen für ein charakterisches Zahnbild. Alle diese Effekte lassen sich bereits im Grünling manifestieren. Die Technik der Individualisierung von ZrO2-Kronen und Brücken war das Ziel des Workinars der Cerec Masters. Dafür legten die Teilnehmer am heimischen Bildschirm selbst Hand an. Die Grünlinge, gefertigt vom Praxisteam Dr. Kurbad aus „Hyperion“- Zirkonoxid von WhitePeak, enthält mehrere Schichten von Zirkonoxiden unterschiedlicher Festigkeit, Opazität, Lichttransmission und Farbpigmentverteilung.
Das mehrschichtige Zirkonoxid, für monolithische Kronen und Brücken geeignet, ba- siert auf einer genialen Idee: Als Dentinschicht ist ein 3Y-TZP mit 1.100 MPA Festigkeit die Gerüstbasis; darauf liegt eine 4Y-TZP als Übergangsschicht, gekrönt von ei- ner 5Y-TZP als lichttransmittierende Schmelzschicht mit 600 MPA. Farbpigmentierung und Farbverlauf (inzisal nach zervikal) sind Dentin und Schmelz nachgestellt. So sind die Fräsrohlinge zur Schneide hin immer heller und somit transparenter ein- gefärbt. Hyperion, der ZrO2-Kandidat, den die Cerec Masters im Workinar bearbeiteten, besitzt mit einer um 20 Prozent höheren Lichtleitfähigkeit vs. Vergleichsprodukte die Voraussetzung für eine gesteigerte Ästhetik.
Die Partitur der hohen Ästhetik
Erinnern wir uns: Unverblendetes, d.h. monolithisches Zirkonoxid war im Frontzahn- bereich aus ästhetischer Sicht ein schwieriges Unterfangen. Tauchfärbeliquids und monochrom voreingefärbte Blocks boten nur kompromitierende Ergebnisse. Die na- türliche Zahnfarbe mit ihren Abstufungen von zervikal nach inzisal exakt zu treffen, blieb bis heute eine der Königsdisziplin. Auch mit diversen Sinterprogrammen konnten ein anspruchsvolles Chroma und die schmelzähnliche Transluzenz nicht zufriedenstellend erreicht werden.
Anders beim Multi-Layer Zirkonoxid, wie z.B. Hyperion. Bietet schon das Einbringen von Schmelzriefen, von feinen Strukturen in den mehrschichtigen Grünling die Basis für eine charakteristisch gestaltete Zahnoberfläche, bringen keramische Malfarben – teilweise mit fluoreszierenden Zusätzen – harmonische Farbverläufe und vitale Lichtflüsse in die schmelzimitierende Oberfläche. ZTM Kurt Reichel demonstrierte meisterhaft den Einsatz von Dentin-, Schmelz- und Transpamassen und verlieh lichtdurchlässigen Inzisalkanten mit dem Helo-Effekt ein „jugendliches Flair.
Hyperion - exklusiv für die Cerec Masters gefertigt
Das mehrschichtige Zirkonoxid, deren Kronen und Brücken im Workinar bearbeitet wurden, trägt die Bezeichnung „Copra Supreme Hyperion“. Der Werkstoff war bisher nur als Fräsronde verfügbar. Nun wird erstmalig ein Fräsblock der Größe 55x19x19 mm in den VITA-Farben A2 und A3 hergestellt und kann auf der Cerec MC XL (Dentsply Sirona) gefräst werden.
Die Produktion der Blocks erfolgt ausschließlich für die Cerec Masters. Clubmitglie- der, Webinar- und Kursteilnehmer sowie Neugierige können sich im „Cerec Masters Shop“ diesen multichromatischen ZrO2-Block beschaffen.

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